Die Europäische Kommission hat heute die Farm-to-Fork- Strategie (Vom Teller auf den Tisch) vorgestellt. Sie gilt als Herzstück des Green Deals und soll ein nachhaltiges Nahrungsmittelsystem aufbauen. Ziel ist es, den Einsatz von chemischen Pestiziden, Düngemitteln und Antibiotika zu verringern, die Umweltauswirkungen der Lebensmittelverarbeitung und des Einzelhandels in Bezug auf Transport, Lagerung, und Verpackung zu verbessern sowie einen nachhaltigen und gesunden Lebensmittelkonsum zu fördern. Der luxemburgische Europaabgeordnete, Christophe Hansen (CSV) begrüßt die Strategie zwar generell. Er warnt aber davor, die europäischen Landwirte angesichts der aktuellen Krise mit neuen Anforderungen zu überfordern:

 

„Wir alle wollen effizientere, klimafreundliche Versorgungsketten für Lebensmittel schaffen. Nahrungsmittelsysteme sind für ungefähr 29% des weltweiten Treibhausgases (THG) verantwortlich und haben einen tiefgreifenden Einfluss auf die biologische Vielfalt, Wasser, Luft, Boden und Kohlenstoffsenken. Die Ziele der Strategie sollten deshalb nicht in Frage gestellt werden. Wir müssen aber aufpassen, dass wir bei den Regeln, die im Rahmen der Strategie in Zukunft gesetzt werden, nicht die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln gegen die Versorgungssicherheit ausspielen.  Die Coronakrise hat uns die Bedeutung der unabhängigen Landwirtschaft für die europäische Lebensmittelversorgung deutlich gemacht. Allerdings sind auch die europäischen Landwirte und Winzer durch die Krise tief in Mitleidenschaft gezogen worden. Absatzeinbrüche im internationalen Handel sowie im heimischen Gastronomiebereich und Ernteausfälle durch die andauernde Trockenheit sowie fehlende Arbeits- und Saisonkräfte machen es ihnen schwer zu schaffen.  Wir müssen deshalb aufpassen, gerade jetzt, dass wir die Landwirte nicht durch zusätzliche Anforderungen verunsichern oder gar überfordern. Ansonsten werden noch mehr Landwirte das Handtuch werfen und das gefährdet letztendlich unsere so hart erarbeitete Versorgungssicherheit. Wir brauchen eine „Farm to Fork“ Strategie aber auch eine volle „Fork“ die nachher wieder bei der „Farm“ ankommt.